Ein Film in 13 Bildern

Shirley – Visions of Reality

Die Gemälde von Edward Hopper „inszenieren Realität“. Sie wirken wie eine Moment- aufnahme aus dem Leben ihrer Protagonisten. Eine Frau steht am Fenster. Sie ist allein im Raum und wendet dem Publikum den Rücken zu. Ihr Blick ist in die Ferne gerichtet. Was sieht sie wohl? Woher kommt sie? Wohin wird sie gehen?

Hoppers Bilder erzählen eine Geschichte, wie der Film von Gustav Deutsch. In 13 Bildern von Hopper erzählt dieser von 30 Jahren aus dem Leben von Shirley (Stephanie Cumming) und ihrem Partner Stephen (Christoph Bach). Sie ist Schauspielerin und Ensemblemitglied am Group Theatre und Living Theatre. Shirley wandert durch die Bilder und verbindet diese durch ihre Lebensgeschichte. Das Publikum übernimmt eine voyeuristische Rolle, es betrachtet die Bilder, die nie verlassen werden, durch den meist statischen Blick der Kamera. Nur die Personen bewegen sich, legen ein Buch beiseite, machen das Licht an oder aus und greifen zu einer Zigarette. In einem Zugabteil beginnt Shirleys Reise. Sie nimmt uns mit in ein Hotelzimmer, zu ihrem Lebenspartner in ein Zimmer in New York, in ein New Yorker Kino bzw. ein Büro bei Nacht in denen sie arbeitet, wenn es mit ihrer Schauspielkarriere gerade nicht gut läuft. All das sieht der Zuschauer. Er sieht wie die Bilder lebendig werden, sich langsam zu einer Geschichte verknüpfen. Er beobachtet das Spiel mit Licht und Schatten, mit Farben, Räumen, Kanten und Winkeln. Ein Film, der aus 13 Bildern von Hopper besteht und diese nicht verlässt.

OT: „Shirley – Visions of Reality“. Regie: Gustav Deutsch. Österreich 2013, 92 Minuten.

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