Erwartungen, Sex & Einsamkeit

Nymphomaniac, Pressekonferenz

Forget about Love, so der Teaser zu Nymphomaniac, dem neuen Film von Lars von Trier. Bereits vor der Weltpremiere auf der Berlinale 2014 gab es viele Gerüchte, Spekulationen und Geschichten um „den Film“ von Lars von Trier. „Gewaltig“ wird er, „Nach diesem Film wird man nie wieder Sex haben wollen“ flüsterte ein Journalist und beim Kauf der Tickets wurde mir empfohlen, lieber zuvor etwas zu essen, denn danach werde ich keinen Appetit mehr haben. Die Erwartungen an diesen Film waren groß und wurden von einem intensiven Marketing immer weiter in die Höhe getrieben. Das der Grad der Nacktheit – wie viel Haut wird in dem Film gezeigt, wie oft ziehen sich die Schauspieler_innen aus und was ist mit Sex – für viele Menschen ein Grund ist ins Kino zu gehen wurde oft erwähnt. Über diesen Punkt musste sich der Film keine Gedanken machen und genau dies wurde vermarktet – Sex sells!

Nymphomanic, Zentropa

Ja: Es geht um Sex, ja: Wir sehen viele nackte Menschen, aber wir sehen sehr viel mehr. In ruhigen, klaren Einstellungen wird uns erklärt, worum es sich bei der Fibonacci-Folge handelt, woran Birkenblätter zu erkennen sind oder wie schön ein Wald, ein Fluss, die Natur ist. Unter anderem fungiert das Fliegenfischen, ein Sport, der zumeist keine Assoziationen mit Leidenschaft, Sex und Sucht hervorruft, zur näheren Darstellung dieser Aspekte von Nymphomanie. Es entsteht ein Film aus Kollagen von Sex, Natur, Musik, der ein anderes Bild als das zuvor erwartet entstehen lässt: ein Film über die Einsamkeit.

OT: Nymphomaniac. Regie: Lars von Trier. Dänemark / Deutschland / Frankreich / Belgien / Schweden 2013, 145 Min.

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