Inside Llewyn Davis

© Studiocanal

Hauptdarsteller Oscar Isaac – © Studiocanal

Selten sitze ich so andächtig im dunklen Kinosaal. Während der Abspann läuft, höre ich Hauptdarsteller Oscar Isaac singen und keine Note, kein Akkord bleibt ungehört. Die ruhige Folk-Musik zieht sich durch den Film und gibt ihm seine Identität. Eines ist klar, dieser Film lebt von seiner Musik. Da verkommt die Handlung recht schnell zur Nebensache. Klar, der erfolglose Musiker mit dem Dackelblick, der in der einen Hand einen Gitarrenkoffer und in der anderen eine Katze trägt, hat sofort alle Sympathien. Die permanente Hoffnung auf eine Verbesserung seiner Lage treibt den Film an und tröstet dabei über die langatmigen Stellen und ruhigen Bilder hinweg. Die Figur des Llewyn bleibt starr und eindimensional. Interessanter ist da schon Llewyns Affäre, die Sängerin Jean, gespielt von Carey Mulligan, die den Protagonisten permanent anfaucht und ihm ein schlechtes Gewissen macht. Kaum steht sie aber auf der Bühne ist sie plötzlich ganz handzahm und ruhig.

Am Ende kommt die Ernüchterung. Der Film hört da auf, wo er begonnen hat. Nichts hat sich geändert und ich bin genauso schlau wie vorher. Diese ununterbrochene Folk-Musik-Beschallung hat mich aber bis zu diesem Zeitpunkt so dermaßen entspannt, dass mir die Geschichte fast egal ist. Dieser Film ist einfach weniger fürs Auge, sondern mehr fürs Ohr gemacht. Ob man das gut findet, sei Jedem selbst überlassen.

Die Autorin verfasst regelmäßig Filmkritiken unter http://www.filmkompass.wordpress.com.

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